Planspiel

zur Stadtentwicklung in Deutschland und in den USA

Diese Sequenz ist als Planspiel konzipiert und soll den Schülerinnen und Schülern auf der einen Seite erfahrbar machen, inwieweit City-Entwicklungen von der bereits vorhandenen bebauten Umwelt bedingt werden und ihnen auf der anderen Seite zeigen, dass jede Weiterentwicklung der Citys einem politischen Entscheidungsprozeß unterliegt.

Grundlage des Planspiels sind die Stadtpläne der in den weiteren Sequenzen behandelten Städte, was im Folgenden zu einem Vergleich zwischen den eigenen Vorstellungen und den tatsächlichen Entwicklungen animieren soll. Es bietet sich von daher an, die Ergebnisse des Planspiels für die restliche Zeit der Reihe sichtbar im Klassenraum anzubringen.

Das Planspiel kann auf verschiedene Art und Weise im Unterricht durchgeführt werden. Auf jeden Fall sollten Schülerinnen und Schüler in Gruppen arbeiten, damit der Entscheidungscharakter von stadtplanerischen Maßnahmen sichtbar wird. Die Gruppen können entweder arbeitsgleich oder arbeitsteilig vorgehen. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Bei arbeitsgleicher Vorgehensweise haben die Lernenden die Möglichkeit, die Unterschiede zwischen den Planungsvoraussetzungen (Schachbrettgrundriß, mittelalterlicher Grundriß) zu erkennen und vor allem selbst zu erfahren. Allerdings wird das Verfahren dadurch sehr langwierig, was sich besonders in leistungsstarken Gruppen negativ auswirken kann. Die arbeitsteilige Vorgehensweise bietet sich deswegen aus zeitökonomischen Gründen an. Sie setzt aber voraus, daß die Schüler in der Lage sind, ihre Ergebnisse in sinnvoller und verständlicher Weise für die anderen darzustellen. Auch bei dieser Vorgehensweise sollte man darauf achten, daß es pro Stadtplan mindestens zwei Gruppen gibt, damit am Ende unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten deutlich sichtbar werden.

Das Planspiel gibt den Schülern für drei Zeitabschnitte Veränderungen vor, die sie in dem Plan vornehmen sollen. Die Veränderungen sollten den Schülerinnen und Schülern immer nur für den gerade zur Debatte stehenden Zeitabschnitt mitgeteilt werden, damit sie sich nicht schon im ersten Zeitabschnitt an den Erfordernissen des dritten Zeitabschnitts orientieren.

Für die Durchführung der Planungen sollte eine bestimmte Zeitspanne festgelegt werden. Die Zeitspanne hängt natürlich immer auch von der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Gruppe ab, sie sollte aber in den Zeitabschnitten 2 und 3 länger sein als im ersten Zeitabschnitt und 20 Minuten nicht überschreiten.

Da aus den beiden Plänen auch Nutzungen entfernt werden müssen, bietet es sich an, für die drei Zeitabschnitte jeweils mit einem Blatt Transparentpapier zu arbeiten. So werden die Veränderungen auch durch sukzessives Übereinanderlegen des Transparentpapiers deutlich. Der erste Zeitabschnitt läßt sich unter der Voraussetzung, daß farbig gearbeitet wird, auch direkt in die Kopie eintragen. Dies erhöht die Lesbarkeit am Ende der Planung.

Für beide Grundrisse sind die Veränderungen so weit wie möglich gleich gehalten worden, um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu erhöhen. Vor Beginn jeder Spielphase ist es sinnvoll, sich mit den Gruppen über Signaturen zu einigen, die von allen genutzt werden. Auch dies erhöht die Vergleichbarkeit. Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen sollten auf jeden Fall dargelegt und verglichen werden, besonders auch im Hinblick auf die Schwierigkeiten, die bei der Planung auftraten.

M 9 Handlungsanweisung zum Schachbrettgrundriß

Du hast nun die Aufgabe, auf dem Schachbrettgrundriß Nutzungen und Einrichtungen, die in einer Stadt im Laufe der Zeit entstehen bzw. wieder aufgegeben werden, einzuzeichnen. Orientiere dich an den für die jeweiligen Zeitabschnitte aufgeführten Veränderungen. Damit du die Veränderungen erkennen kannst, solltest du die Nutzungen der drei Zeitabschnitte jeweils auf einem Blatt Transparentpapier oder einer Folie einzeichnen, die du anschließend übereinander legen kannst. Überlege dir, welche Symbole oder Farben (Signaturen) du für die unterschiedlichen Einrichtungen und Nutzungen verwendest.

Anmerkung: Wenn bestimmte Nutzungen in der Innenstadt aufgegeben werden, kann es immer sein, daß einzelne Geschäfte, Büros oder Häuser bleiben. Das ist meistens abhängig von der Höhe der Miete, die in Cities im Allgemeinen dort am höchsten ist, wo bereits viele Geschäfte und damit viele Kunden sind.

Hinzufügen Wegnehmen
1. Zeitabschnitt - Eisenbahnstrecke und Bahnhof
- Straßenbahn (1 Linie)
- 3 Regierungsgebäude
- 2 Warenhäuser
- 10 kleinere Geschäfte des täglichen Bedarfs
- 20 Fernhandelshäuser
- 50 Wohnungen
2. Zeitabschnitt - Straßenbahn (2 Linien)
- erste Autos parken am Straßenrand (Handlungsbedarf prüfen)
- 2 weitere Warenhäuser
- kleinere Geschäfte des periodischen und aperiodischen Bedarfs:
7 Bekleidungsgeschäfte
5 Schuhgeschäfte
2 Möbelgeschäfte
2 Buchläden
2 Fahrradläden
3 Haushaltswarengeschäfte
3 Spielwarengeschäfte
2 Juweliere
3 Berufskleidungsgeschäfte
2 Teppichläden
- 3 Banken (mit Büros)
- 3 Versicherungen (mit Büros)
- 5 Bürogebäude
- Geschäfte des täglichen Bedarfs
- kleinere Büros (können auch durch größere ersetzt werden)
3. Zeitabschnitt - 4 Buslinien
- viele Autos (Handlungsbedarf prüfen)
- 6 Parkplätze oder -häuser
- Zulieferwege für LKW
- weitere Geschäfte:
12 Bekleidungsgeschäfte
3 Schuhgeschäfte
4 Elektroartikelläden
2 Schallplattenläden
2 Buchläden
4 Juweliere
5 Geschenkboutiquen
- 7 Versicherungen (mit Büros)
- 5 Banken (mit Büros)
-10 Bürogebäude
- die meisten Bewohner verlassen die Innenstadt
- einige Geschäfte machen wieder zu:
Möbelgeschäfte
Spielwarengeschäfte
Haushaltswarengeschäfte
Berufsbekleidungsgeschäft
Teppichläden

(Die vollständige UE mit Stadtplänen und einem Vergleich zwischen der deutschen und der amerikanischen Cityentwicklung ist nachzulesen in: Uhlenwinkel, A.: Die City - Entwicklung und Probleme von Bremen und Toledo (USA). - In: RAAbits Geographie, Juni 1997, 62.S.)