Profil

Die Physische Geographie ist eine Raum- und Umweltwissenschaft, die natürliche und anthropogen veränderte abiotische und biotische Systeme und Prozesse auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen untersucht. Von Bedeutung sind die räumliche Verbreitung und Vernetzung der beteiligten Phänomene (geographischer Ansatz), deren funktionale Verknüpfung (geoökologischer Ansatz) sowie ihre Dynamik und Genese (historischer Ansatz).

Die Geomorphologie beschreibt die Formen der Erdoberfläche und erfasst die sie prägenden Prozesse. Die maßgeblichen Steuerungsfaktoren dieser Prozesse sind das Klima und der Mensch. Eine Differenzierung zwischen klimatischen und anthropogenen Ursachen ist in den gegenwärtigen Ökosystemen Mitteleuropas nicht durchführbar, da sich beide Komponenten überlagern. Daher muss auf Zeitreihen aus der Erdgeschichte, aus einer Zeit vor Beginn menschlicher Einflussnahme, zurückgegriffen werden. Nur dann kann menschlich unbeeinflusste klimatische Information erfasst werden. Neben Paläoumweltarchiven aus Mitteleuropa besteht auch die Möglichkeit auf natürliche Archive aus Gebieten auszuweichen, die rezent weitestgehend vom Menschen unbeeinflusst sind, wie zum Beispiel in Hochgebirgs- und Polarregionen. Als hervorragende Archive zur Rekonstruktion von Paläoumweltbedingungen erweisen sich warvierte Ablagerungen, das sind jahreszeitlich geschichtete Sedimente mit einer sehr hohen jährlichen bis saisonalen Auflösung (siehe: Varve Image Portal).